ganzblum

Tempel

18. April bis 24. Mai 2010

Räumliche Abgrenzungen bestimmen Orte und setzen sie damit zugleich in eine Beziehung. Dieser Vorgang des Ein- und Ausschliessens zeigt sich im Verhältnis von geistlichen und weltlichen Lebensbereichen musterhaft. Haimo Ganz und Martin Blum alias ganzblum bauen in der Kunsthalle aus grünen Gemüsekisten einen Tempel, der das Prinzip und den Effekt der Ein- und Ausgrenzung erfahr- und sichtbar macht. Die demonstrative architektonische Einfriedung eines Innenraumes und die damit einhergehende Abscheidung des Aussenraumes, die symmetrische Raumkonzeption, die Lichtführung und die ornamentale Oberfläche suggerieren eine geweihte Anlage, die sich für Rituale, heilige Handlungen oder als Göttersitz anbietet. Zugleich verweisen die grünen Gemüsekisten auf den weltlichen Alltag. Die Frage der gegenseitigen Durchdringung von geistlichen und profanen Lebensbereichen ist in die Kunsthalle hinein gebaut.