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Mechanismen und Abhängigkeiten
von Zweier- und anderen Beziehungen durch begehbare Bodenplatten erfahrbar
zu machen ist die Intention des Künstlerduos Köppl und Zacek in der
Kunsthalle Arbon.
ARNE GOEBEL im Bodensee Tagblatt
In der Kunsthalle Arbon sind vom Künstlerduo Jörg Köppl and Peter Zacek 500
Schaltafeln zu quadratischen Platten zusammengefügt worden. Beim Betreten
einer solchen Platte ist man nie sicher, in welche Richtung sie kippt Alle
Möglichkeiten sind denkbar: von links nach rechts, von vorn nach hinten,
diagonal oder in alle Richtungen. Oder Aber sie bleibt starr und
unbeweglich. Selten wird die eigene Erwartung an die Kipprichtung der Platte
bestätigt. Der Fokus des Betrachters wird auf das gelenkt was unter der
Platte, im Verborgenen, liegt. Dabei kann es sich um ein Kantholz oder einen
Stein handeln. jegliche Vorhersehbarkeit der Kipprichtung geht verloren,
wenn weitere Personen die Platte betreten.
Alltägliches in Frage stellen
Die Künstler legen es bewusst darauf an, den Betrachter in ihre Installation
einzubeziehen und dann Selbstverständliches und Alltägliches in Frage zu
stellen. Die Reaktionen der Besucher werden mittels Videokamera für alle
sichtbar gemacht. Grundlage der Werke von Köppl und Zacek sind die
Gesetzmässigkeiten, die unsere Wahrnehmung beeinflussen. Dabei lautet das
Credo der Künstler: Wahrheit hat immer zwei Seiten.
"Falten im Gesicht"
Eine weitere Installation von Köppl und Zacek kann der Besucher in einem
"Hörgang" erleben. Die Künstler haben sich von Arboner Bürgern beschreiben
lassen und die Künstler beschrieben ihr Gegenüber. In einem schmalen Gang
kann der Besucher das Resultat aus zwei Lautsprechern verfolgen: "Pickel am
Hals vom Rasieren." "Einige Falten im Gesicht." "Ich denke, er ist älter als
ich." Der Fokus richtet sich alsbald nicht nur auf die Worte und deren
Aussage, sondern auf die Zwischentöne der Beschreibenden, die Seufzer oder
Lachen.
Das Projekt ist in Folge der Zusammenarbeit mit der Kunsthalle "les halles"
in Porrentruy JU entstanden.
Gegenseitiger Austausch
Die beiden Kunsträume, die jeweils am anderen Ende der Schweiz liegen, haben
sich zusammengetan, um im gegeseitigen Austausch Künstlern die Präsentation
ihrer Arbeiten im jeweils anderen Sprachraum zu ermöglichen. Die beiden
Ostschweizer Kunstschaffenden Harald Pridgar und Jacqueline Jurt haben so im
Jura eine raumfüllende Installation realisieren können. Gefördert wird die
Zusammenarbeit zwischen Kunstvermittlern in den verschiedenen Regionen der
Schweiz durch den Schweizerischen Kunstverein. Kuratorin Dorothee Messmer
bedankte sich nach ihrer Einführungsrede bei den Sponsoren und allen
Mitwirkenden für die Realisation der Bodeninstallation in der Kunsthalle
Arbon.
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