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von
Andrea Gerster
Vergangenen Samstagabend Kunsthalle Arbon: Die Eröffnung der letzten
Ausstellung der Saison ist angesagt. Zu Gast ein Künstler, geboren in
Appenzell, heute in Widnau und Wien lebend und arbeitend. Der 43jährige
Spallo Kolb hat hier in der ehemaligen Industriehalle eine Installation
geschaffen, die wirkt als gehöre sie hierher, als wäre sie schon immer
dagewesen.
Federleichte Tonnen
Trotz einer 20 Meter langen Holzwanne und einem ebenso langen, und 1,4
Tonnen schweren T-Träger aus Stahl erscheint das Werk keineswegs schwer oder
wuchtig. Fast verspielt hängt das grosse Metallstück an Drahtseilen und
Ketten von der Dachkonstruktion herab. Darunter eine flache Holzwanne. Sie
ist mit Wasser gefüllt und erscheint, da Innen schwarz bemalt,
geheimnisvoll. Ebenso ist nicht auszumachen, wie tief das Wasser ist.
Gespenstisch und schön
Der T-Träger ist in der Mitte leicht gebogen. Hier soll sich Wasser
ansammeln. Damit dies überhaupt geschehen kann, hat der Künstler fünf
Dachfenster entfernt. Und als ob es so bestellt gewesen wäre, beginnt es am
Abend der Vernissage zu regnen. Die Regentropfen und das bald einfallende
Mondlicht verwandeln die Wasseroberfläche in eine gespenstisch-schöne
Erscheinung.
Eine Wasserwaage
"Der T-Täger füllt sich mit Wasser und überläuft - in die Wanne darunter",
erklärt Spallo Kolb seine Idee. Vorgesorgt worden ist auch für den Fall,
dass die Wanne vollläuft. Hier hat der Künstler einen Abfluss angelegt.
Spallo Kolbs Installation ist perfekt durchdacht und umgesetzt. Die Arbeit
mit Material aus Industrie und dem Element Wasser scheinen zentrale Punkte
in seiner künstlerischen Entwicklung zu sein. Als Beispiele seien die
Ausstellungen "Rhein-Art 97", "AnStadt 98" oder derzeit die "aua extrema"
genannt.
Für alle Sinne
Die Vernissage am Samstag war ein genussreicher Event: Sandra Bellet und
Spallo Kolb kochten Fisch, Muscheln und Kartoffeln auf Bananenblättern und
Seegras. Das Kochverfahren ist eine spezielle Garmethode und wird "Clamebake"
genannt. Unkompliziert der Service: Bier und Mineral lagen auf Eis gebettet
in einem grossen Holzbehälter, der zusammengesetzt war aus Schaltafeln
(Baumaterial). Und siehe da: auch die schön gezimmerten Bänke und der lange
Tisch, sowie die Bar aus Holz sind Teile der Ausstellung. Und ganz hinten in
der Halle ist eine Papierarbeit mit T-Träger zu finden. Zu einem kulturellen
Event gehört natürlich auch Musik. Dafür sorgten Hans Platzgumer, e.stonji &
_filbert.
Installation in Bewegung
Die Einführung in das Werk von Spallo Kolb übernahm John Matheson, Meilen.
Er riet abschliessend dem Publikum: "Sitzenbleiben, um die Veränderungen am
Material festzustellen". Verändern wird sich das Metall, also der T-Träger,
durch das Wasser. Es bildet sich Rost und damit wird sich auch das Wasser in
der Holzwanne verfärben, dies in unterschiedlicher Nuancen. Das zu verfolgen
bleibt noch etwas Zeit, denn die Ausstellung dauert bis 18. September und
ist am Mittwoch von 17 bis 19 Uhr, am Freitag/Samstag von 19 bis 24 Uhr
(Barbetrieb) und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Besonders gestaltet Spallo Kolb auch die Matinee vom Sonntag 15. September
11 Uhr: "Ungeliebte Objekte" (bis Grösse 40x60x25) dürfen die Gäste
mitbringen. Der Künstler wird sie in ein fortan "geliebtes Objekt"
transfomieren (Kosten 100.-).
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