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Peter Kamm

Peter Kamm
 

Denk- und andere Prozesse


Auftakt zur Ausstellungssaison in der Arboner Kunsthalle Prisma mit Peter Kamm

Die Installation "Merge Layers" von Peter Kamm

VON ANDREA GERSTER


((Merge Layers)) nennt der 44jährige Peter Kamm seine Installation. Der Künstler übersetzt sogleich: Hintergrundebenen herausschaffen oder zusammenziehen. Es wird nicht die einzige Übersetzungsarbeit bleiben, die Peter Kamm während der Begehung, der Besichtigung seiner Installation zu geben hat Denn die Ausstellung an sich ist eine Übersetzung, eine Umsetzung; nämlich diejenige einer Künstlerpersönlichkeit, in diesem Fall eines Bildhauers, und dessen Geschichte. "Es wäre arrogant gewesen, einfach das Atelier zu zügeln", sagt Peter Kamm, der seit rund 10 Jahren in Arbon arbeitet. Damit wurde die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte unausweichlich.

Sozialisation eines Bildhauers

So hat die Ausgangsfrage "Was braucht es für einen Bildhauer an Hintergründen?" einen Prozess ausgelöst, der bereits im letzten September angefangen hat und ab Januar konkrete Formen in der Kunsthalle anzunehmen begann. Die eigene Geschichte, Begegnungen mit Menschen, Büchern, mit Musik und Orten sind hier anzutreffen. Einen bunten Markt hat Peter Kamm aufgebaut, so der erste Anschein.
Wohnzimmerambiente in einer Ecke. Filme auf verschiedenen Monitoren. Dinge, die Millionen von Jahren alt sind ? Begegnungen, die
gerade gestern in der Kunsthalle stattgefunden haben. Auch Werke anderer Menschen, Künstlerpersönlichkeiten, mit denen Peter Kamm zu tun hatte und zu tun hat. Korrespondierend und vernetzt mit anderem, so dass kein Gedanke daran aufkommen mag, es könnte sich allenfalls um eine Gruppenausstellung handeln. Tut er sicher nicht, dazu ist die Handschrift zu klar, zu eindeutig: Es ist die Installation von Peter Kamm.

Erinnerungen ziehen um

Im Prozess war zudem immer wieder eine selektive Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und Gegenwart erforderlich. Und auch inwieweit der Blick der Öffentlichkeit zugelassen werden soll. Zwischen den Inseln des Geschichtlichen stehen Peter Kamms eigene Werke, Steinplatten und Skulpturen, die in den letzten Jahren entstanden sind. "Sie sollen die Beiläufigkeit eines Kleiderständers haben", sagt er dazu. Sie werden jedoch im Laufe der Ausstellung ihre Beiläufigkeit verlieren, dann wenn die Erinnerungen und Fragmente in die Kunsthalle Zug dislozieren, um dort an einem zwei Jahre dauernden Projekt teilzunehmen. "Das ist eine Art Vorlauf hier", sagt Peter Kamm. An der Vernissage wird der Kurator der Kunsthalle Zug Matthias Haldemann, in das Werk einführen.