Heinrich Gartentor

Privatinsel Gartenau

27. August bis 14. Oktober 2006

In der Arboner Bucht
erreichbar per Pedalo

Privatinsel als Paradies-Projekt

Heinrich Gartentor zimmerte die Paradies-Insel Gartenau, um sie als begehbares Projekt im Arboner Hafen zu wassern – sie ist für jedermann zugänglich, der nach dem Zahlencode bei der Kunsthalle Arbon nachfragt.

Heinrich Gartentor, 1965 in Schafmatt geboren, ist ein unkonventioneller und nicht ganz unumstrittener Zeitgenosse: Das Auftragswerk der Kunsthalle Arbon sollte ein Projekt im Zusammenhang mit dem See werden. Also zimmerte Gartentor einen begehbaren Raum, die Privatinsel Gartenau. Das Paradies auf Erden, ein Freiraum, der höchstens für zwei Personen ausgelegt ist und in dem man tun könne was man wolle. Innen begrünt, mit Baum, vielleicht der Erkenntnis? Dieses Paradies ist nur per Tretboot erreichbar, der Schlüssel zum Paradies ist der Zahlencode, den die Kunsthalle hütet.

Gartentor lässt so einen uralten Menschheitstraum, eine Utopie ins reale Leben treten. Was wäre wenn es das gäbe? «Es ist» lautet die Antwort eines Künstlers. Heinrich Gartentor holt hier eine symbolische Ebene ins täglich Leben und man darf gespannt sein, ob sich die Besucher darauf einlassen können.

Heinrich Gartentor definiert künstlerisch aber auch auf struktureller Ebene neuen Handlungsraum. Die Idee, sich als künstlerisches Projekt zum Kulturminister der Schweiz wählen zu lassen, ist eine unkonventionelle Idee, denn dieses Amt gibt es in dieser Form nicht. Und doch: Gartentor wurde gewählt von Künstler-Verbänden und Künstlerkreisen und er nimmt sein Amt ernst und setzt sich tatsächlich für die Belange der Kunst und Kultur ein.

Ähnlich generierte er um das Jahr 2000 das Heinrich-Gartentor-Stipendium. Dabei vergibt er einen Geldbetrag an einen Künstler, der noch nie durch Preise bedacht worden war und spielte das Geld früher durch eigene sportliche Aktionen wieder ein. Heute verfügt Gartentor bereits über ein Sponsorennetz, das seine «Robin Hood – Mentalität» schätzt.

Gartentor versteht es ökonomische Mechanismen zu nutzen, um künstlerisch Wert zu schöpfen. Mit dem Projekt «Dünner» versteigert er seine 12 Kilo die er sich vorsätzlich zugelegt hat, kiloweise im Internet über ebay. Pro versteigertem Kilo leistet er dann beim Käufer z. B. Arbeit ab. So hat er in Berlin bereits eine Küche schwitzend saniert, bis ein Kilo abgearbeitet war…

Dr. D. Kaufmann

Die Privatinsel Gartenau wurde geklaut

Die Privatinsel Gartenau – Ein Paradies ist eine Installation des Künstlers Heinrich Gartentor. Die künstliche Insel lag im Bodensee vor Arbon und wurde mit dem Pedalo besucht. Das Kunstprojekt sollte am 14. Oktober 2006 demontiert werden, dazu wird es nicht kommen, da die Privatinsel geklaut wurde. Unbekannte haben die Insel verschleppt oder demontiert, Spuren wurden bis heute keine gefunden. Das rätselhafte Verschwinden der Gartenau versetzt die Arboner Polizei und Kunstfreunde in Aufregung.

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