Andy Storchenegger

Trügerische Insel

19. Juni bis 24. Juli 2011

Die Lage der Schweiz auf der Erdkugel findet ihr punktsymmetrisches Gegenüber im Südpazifik, nahe des Inselstaates Tonga. Diese grösstmögliche räumliche Distanz versinnbildlicht die gewaltigen Unterschiede zwischen Kulturen, sowie zwischen technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auf dem Globus. Im Zuge der Kolonialisierung und der Globalisierung rieben und reiben sich diese und gleichen sich dabei stetig an. Andy Storchenegger dokumentiert und inszeniert in «Trügerische Insel», wie eine Kultur, der das Los der Kolonialisierung erspart blieb, sich selbst modernisiert. Die Metamorphose von ethnischen Gruppen in eine höfische Gesellschaft findet ihren sichtbaren Höhepunkt in der Wandlung des Häuptlings zum König. Begleitet von zeitgenössischen technischen Errungenschaften, verschmelzen dabei verschiedene Selbstverständnisse zu einem Konglomerat von Lebensweisen und Ritualtraditionen, das für den westlichen Beobachter irreal, widersprüchlich und überholt anmutet.

Die Installation «Trügerische Insel» lässt eintauchen in eine andere Welt, wo es viel bekannt Fremdes zu entdecken gibt. Eine Insel baut sich in der Mitte des Raumes auf und wird zu einem undurchsichtigen Dickicht, welches Raum gibt für eine Entdeckungsreise anhand einer Videoinstallation durch die Erde hindurch und zu uns zurück. Die Bilder des Videos zeigen uns ein Land auf der anderen Seite der Erde. Ein Land, das immer unabhängig war und wo die Uhren anders ticken als in unserem Land. Zwei Welten werden zueinander geführt, welche äusserlich absolut nicht ähnlich sind. Bekanntes kommt einem bei genauerem Hinschauen fremd vor und als eigen betrachtet plötzlich weit weg. Die Auseinandersetzung mit Tradition und Wurzeln im globalen Blickpunkt soll die Beziehung zwischen Verwandtschaft und Fremdsein zeigen.

Sa, 18. Juni 2011, 17 Uhr
Vernissage

Einführung: Fabian Meier

Öffnungszeiten
Fr 17 – 19 Uhr
Sa/So 13 – 17 Uhr

Kunsthalle Arbon
Grabenstrasse 6
Postfach 160
CH-9320 Arbon